Auf Empfehlung von @minsworld habe ich mich spontan für einen Wiki-Workshop der Agentur Boostpark am kommenden Donnerstag in Köln-Hürth angemeldet. Zur Einstimmung, so dachte ich, sei es eine gute Idee, hier schon einmal kurz zu rekapitulieren, wie es um meine bisherigen Erfahrungen mit Wikis steht, angefangen bei Wikipedia bis hin zu meinem eigenen, ganz persönlichen Wiki. Also los:
Wikipedia
Da wäre zuerst einmal Wikipedia. Klar nutze ich die freie Online-Enzyklopädie! Meist zu Recherchezwecken, denn nirgendwo sonst findet man so viel Wissen so schnell auf einen Klick. Benötige ich eine Quellenangabe, ebnet Wikipedia den Weg zur weiteren Recherche, denn in Wikipedia gibt es eine Belegpflicht. Das heißt, die Autoren sind angehalten, in allen Wikipedia-Artikeln stets die notwendigen Belege anzugeben, die die im Artikel enthaltenen Informationen überprüfbar machen – wenn möglich, in Form von wissenschaftlichen Publikationen.
Doch nicht nur zur Recherche nutze ich Wikis, ein paar mal habe ich auch schon Informationen in den Topf geworfen und Beiträge bearbeitet – in Wikipedia, aber auch in kleinen, fachspezifischen Wikis, wie sie gerne im Bildungsbereich zum Einsatz kommen, womit wir zum zweiten meiner Wiki-Berührungspunkte kommen:
Wikis in der (Weiter-)Bildung
Ein schönes und aktuelles Beispiel für ein Wiki in der Weiterbildung ist das socialmediaabc, das ein wesentlicher Bestandteil im ILS Weiterbildungslehrgang zum Social Media Manager ist. Im Gegensatz zu Wikipedia, wo im Prinzip jeder jeden Beitrag editieren darf, haben im socialmediaabc nur die angehenden Social Media Manager Schreibrechte. Wer keine Zugangsdaten hat, kann zwar alle Beiträge lesen, aber nichts editieren. Das ist ein gängiges Modell für Wikis, die im Unterricht genutzt werden – auch im schulischen Bereich. Die Kaiserin-Augusta-Schule in Köln beispielsweise betreibt ein sehr schönes Wiki-Projekt: das KAS-WIKI als „Plattform zum gemeinschaftlichen Lernen, Lehren, Nachdenken“.
Unterm Strich bieten Wikis in meinen Augen einfach optimale Voraussetzungen für kollaboratives Lernen und Arbeiten. Die Nutzer können gemeinsam Inhalte erstellen, einander korrigieren und ergänzen. Damit eigenen sich Wikis auch hervorragend für Projekt- und Gruppenarbeiten.
Ein Wiki für mein persönliches Wissensmanagement
Eines meiner absoluten Lieblingsprojekte aber ist mein persönliches und ganz privates Wiki, welches ich vor ein paar Monaten zum Leben erweckt habe. Ursprünglich habe ich nach einer Lösung gesucht, viele verschiedenartige Informationen an zentraler Stelle zu sammeln, damit ich sie jederzeit schnell wiederfinde. Eigentlich hatte ich nur vor, mein Dateiablagesystem zu optimieren, einen Wust an Dokumenten in sinnvoll benannten Ordnern abzulegen und dem Ganzen ein wenig Struktur zu geben. Aber das erwies sich schnell als unpraktisch, da es
- so viele Querbezüge gab,
- ich vielen Informationen Links hinzufügen wollte, und das in Worddokumenten irgendwie unsexy ist, und
- ich die Mischung verschiedener Dateiformate (Word-Dokumente, Excel-Tabellen, PDFs etc.) und die Menge an benötigten Programmen ziemlich unübersichtlich fand.
Eine Lösung bot da ein eigenes Wiki auf Basis von MediaWiki, welches ich zunächst mithilfe von MAMP lokal auf meinem Rechner installiert habe. Damit habe ich viel rumprobiert, Inhalte eingefügt, miteinander verlinkt und immer wieder neu umstrukturiert. Als ich dann alle Infos so schön beisammen hatte, kam aber auch schnell der Wunsch auf, von überall auf mein Wiki zugreifen zu können und so verlagerte ich das gesamte Projekt nach ein paar Wochen ins Internet. Mediawiki lässt sich mit einem Passwortschutz versehen. Das heißt, selbst wer die URL meines Wikis kennt, kommt nur auf die Anmeldeseite. Wer keine Zugangsdaten hat, kann weder lesen noch schreiben – und das ist mir schon recht wichtig, da ich nicht nur Fachwissen dort verwalte, sondern auch ein paar private Informationen, wie Urlaubspläne, Rezepte oder so banale Fragen wie „Wann ist die nächste Impfung beim Hund fällig?“.
Aber diese privaten Dinge sind natürlich zweitrangig. Eigentlich habe ich den Ehrgeiz, in meinem Wiki mein gesammeltes Wissen aus Studium und Weiterbildung zu dokumentieren und mit immer neuen Erfahrungen und Erkenntnissen laufend zu erweitern. Hier merkt man aber doch sehr schnell, dass Wikis eigentlich dafür gemacht sind, dass vielen Menschen gleichzeitig an ihnen arbeiten. Mein kleines Wiki wächst nur sehr, sehr langsam, da ich allein natürlich nur peu à peu neue Seiten anlegen und erweitern kann. Aber dennoch … auch wenn ich mal einige Wochen nicht in meinem Wiki gearbeitet – wenn ich es dann doch wieder aufrufe, freue ich mich jedes Mal, wenn ich dort das Gesuchte finde oder beim Durchklicken auf interessante Seiten und Inhalte stoße, die ich schon ganz vergessen hatte.

Ein wirklich spannender Artikel. Deine Erfahrungen mit Wikis sind ja wirklich schon breit gefächert. Freue mich, mit dir am Donnerstag am Workshop teilzunehmen, da es immer wieder toll ist, wenn auch wir Teilnehmer und einbringen können.
Danke! Ja, der Workshop wird bestimmt spannend. Freu mich auch schon!